Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie

CliniCum neuropsy 4/2016

clinicum neuropsy

e d i t o r i a l

prof. kasperVor Kurzem fand wieder der europäische Großkongress des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) in Wien statt, der etwa 5.000 Psychiaterinnen und Psychiater zusammengebracht hat. Wien ist neben Amsterdam, Barcelona und Paris eine der vier Städte, in der diese Tagung regelmäßig abgehalten wird. Im nächsten Jahr wird der Kongress in Paris sein.

Um die Bevölkerung in Wien auch an den Inhalten dieser Tagung teilnehmen zu lassen, wurde am Tag vor dem Beginn im Van-Swieten-Saal der Medizinischen Universität Wien (MUW) ein sogenannter „Brain Day“ veranstaltet. Namhafte Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland haben zu den Themen Depression, Angst, bipolare Erkrankungen, Schizophrenie, Demenz sowie kinder- und jugendpsychiatrische Aspekte referiert und gemeinsam mit dem Publikum, das einerseits aus Betroffenen, andrerseits aus Angehörigen bzw. an der Sachlage interessierten Personen bestand, diskutiert.

Etwa 400 Leute fasst der Festsaal, bei dem der ORF-Moderator Wolfgang Pirchner den sogenannten Media-Award für die Offenlegung seiner psychiatrischen Erkrankung erhielt. In der
kurzen Ansprache hat Herr Pirchner den schwierigen Weg zur Psychiatrie und Psychotherapie aufgezeigt und zum Ausdruck gebracht, dass er voll dahinter steht und jeden ermutigen
möchte, wegen dieser Erkrankung genauso wie wegen einer anderen Erkrankung die Fachkräfte aufzusuchen.

Das Wort „Brain Day“ ist für die Psychiatrie und Psychotherapie in Österreich noch selten in Gebrauch, wird jedoch in Zukunft an Bedeutung zunehmen, da dadurch verdeutlicht
wird, dass es sich bei psychiatrischen Erkrankungen um Gehirnerkrankungen handelt, die selbstverständlich durch psychosoziale Komponenten beeinflusst werden, sowohl im Sinne
der Verbesserung als auch Verschlechterung.

Der Kongress selbst und insbesondere der „Brain Day“ am Tag zuvor waren eine große Bereicherung
für unser Fachgebiet.

O. Univ.-Prof. Dr. h.c. mult. Dr. Siegfried Kasper
für die Österr. Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie (ÖGPB)


CliniCum neuropsy 4/2016

Das Medium für Psychiatrie und Neurologie.

Klinik, Komorbiditäten und Therapie

Klinik, Komorbiditäten und Therapie

Während ältere epidemiologische Arbeiten das Tourette-Syndrom als seltene Erkrankung einstuften, deuten neuere Daten darauf hin, dass es mit einer Lebenszeitprävalenz von bis zu einem Prozent vergleichbar häufig auftritt wie im Bereich der Psychiatrie beispielsweise die Schizophrenie. Einzelne, vor allem motorische, Tics kommen regelmäßig bei bis zu zehn Prozent der Bevölkerung vor. Ein Beitrag von Prof. Dr. Wolfram Kawohl (CliniCum neuropsy 4/16) mehr

Morbus Gaucher

Morbus Gaucher

Morbus (M.) Gaucher gehört zu den Sphingolipidosen, lysosomalen Speicherkrankheiten mit verschiedensten klinischen Manifestationen unter Beteiligung diverser Organe inklusive Skelett und ZNS. Ein Beitrag von Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig und Univ.-Prof. Dr. Thomas Sycha. (CliniCum neuropsy 4/16)
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„Das Fach Neurologie fördern“

„Das Fach Neurologie fördern“

Mit einem Elf-Punkte-Programm startet die neue Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN), Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, in ihre Amtsperiode. Sie folgt damit Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt (2014–2016) nach und ist nach Doz. Dr. Regina Katzenschlager (2012–2014) die zweite Frau an der Spitze der Gesellschaft. (CliniCum neuropsy 4/16) mehr

Morbus Pompe

Morbus Pompe

Die seltene, aber behandelbare hereditäre Stoffwechselerkrankung Morbus (M.) Pompe weist einen sehr variablen Erkrankungsbeginn auf, der zwischen Neugeborenen- und spätem Erwachsenenalter liegen kann. Der M. Pompe fällt in die Gruppe der metabolischen Myopathien, hier unter die Glykogenosen und ist auch als Glykogenose Typ II oder „saurer Maltasemangel“ bekannt. Ein Beitrag von Dr. Wolfgang Löscher und Dr. Julia Wanschitz (CliniCum neuropsy 4/16) mehr

Auf Spurensuche nach Schlüsselmechanismen

Auf Spurensuche nach Schlüsselmechanismen

Geschätzte 7.000 bis 8.000 seltene Erkrankungen sind bis heute bekannt, allein 1.000 davon fallen in den Bereich der Neurologie. Allen ist gemein, dass sie weniger als fünf von 10.000 Menschen betreffen, in einigen Fällen sogar nur einen von einer Million. Die Gesamtzahl der Betroffenen ist dennoch beträchtlich: rund fünf bis acht Prozent der Bevölkerung leiden an einer dieser „seltenen“ Erkrankungen. (CliniCum neuropsy 4/16)
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DFP: Therapie der unipolaren Depression

DFP: Therapie der unipolaren Depression

Diese Arbeit dient als Zusammenfassung unseres gegenwärtigen Verständnisses für die Grundlagen der Erkrankung sowie aktueller diagnostischer und therapeutischer Empfehlungen für die Klinik. Ein Beitrag von Dr. Jakob Unterholzner, Dr. Marie Spies, Assoc.-Prof. Dr. Rupert Lanzenberger und o. Univ.-Prof. Dr.h.c.mult. Dr. Siegfried Kasper. (CliniCum neuropsy 4/16) mehr