{"id":1276,"date":"2015-08-26T11:25:29","date_gmt":"2015-08-26T09:25:29","guid":{"rendered":"http:\/\/dizign-projekte.at\/?p=1276"},"modified":"2015-08-26T11:25:29","modified_gmt":"2015-08-26T09:25:29","slug":"der-stellenwert-von-ultraschall-ct-und-mrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oegpb.at\/?p=1276","title":{"rendered":"Der Stellenwert von Ultraschall, CT und MRT"},"content":{"rendered":"<p><strong>Welchen  Stellenwert haben Ultraschall, CT und MRT bei der Diagnose und  Verlaufskontrolle neuromuskul\u00e4rer Erkrankungen? Ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die  St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der einzelnen bildgebenden Verfahren.  <\/strong><\/p>\n<p>  Das  breite Spektrum der neuromuskul\u00e4ren Erkrankungen umfasst neben den Erkrankungen  der peripheren Nerven die gro\u00dfe und heterogene Gruppe der erblichen und  erworbenen Muskelerkrankungen. &bdquo;Diese Erkrankungen werden prim\u00e4r immer noch  klinisch diagnostiziert&ldquo;, betont Dr. Mike Wattjes, Abteilung f\u00fcr Radiologie und  Nuklearmedizin, Uniklink der Freien Universit\u00e4t Amsterdam (VUMC). Unter den  verschiedenen Untersuchungsmethoden, die die klinische Diagnose unterst\u00fctzen k\u00f6nnen,  ist die Bildgebung ein relativ neues, aber auch vielversprechendes Werkzeug, mit  dem viele Zentren noch relativ wenig Erfahrung haben. <\/p>\n<p>&bdquo;Die Diagnose kann nie  alleine auf der Basis der Bildgebung gestellt werden&ldquo;, so der Radiologe.  Dennoch sind bildgebende Verfahren mittlerweile bei der Identifikation und  Behandlung von neuromuskul\u00e4ren Erkrankungen zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel  geworden. Neben der Unterst\u00fctzung der klinischen Diagnose erm\u00f6glichen es  insbesondere Ultraschall und Kernspintomographie, auch Target-L\u00e4sionen f\u00fcr eine  Biopsie zu identifizieren, den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen oder den  Erfolg einer Therapie zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p> <strong>Ultraschall <\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1273\" style=\"width: 740px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1273\" Title=\"Foto: Mike Wattjes\" src=\"http:\/\/dizign-projekte.at\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/aufnahme.jpg\" alt=\"Foto: Mike Wattjes\" width=\"730\" height=\"453\" class=\"size-full wp-image-1273\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1273\" class=\"wp-caption-text\">Axiale T2-gewichtete Aufnahmen mit Fettunterdr\u00fcckung (links) und axiale T1-gewichtete Aufnahmen eines Patienten mit einer erblichen Muskelerkrankung. W\u00e4hrend sich auf den T2-gewichteten Aufnahmen mit Fettunterdr\u00fcckung das Muskel\u00f6dem sehr gut beurteilen l\u00e4sst (geschlossene Pfeile, links), kann auf den T1-gewichteten Aufnahmen die fettige Degeneration gut beurteilt werden (offene Pfeile, rechts).<\/p><\/div>\n<p>  Eine  St\u00e4rke des Ultraschalls bei der Untersuchung neuromuskul\u00e4rer Erkrankungen ist  die hohe \u00f6rtliche Aufl\u00f6sung. Durch die fehlende Strahlenbelastung hat die  Methode besonders im Kindesalter einen hohen Stellenwert. Ein Nachteil ist,  dass die Durchf\u00fchrung der Sonographie und die Interpretation der Bilder stark von der Erfahrung des Untersuchers abh\u00e4ngig sind. Dadurch kann es  schwierig sein, die Untersuchungsergebnisse zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu  reproduzieren. Zudem k\u00f6nnen tiefere Muskelstrukturen nicht so gut evaluiert werden.  <\/p>\n<div id=\"attachment_1274\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1274\" Title=\"Foto: Mike Wattjes\" src=\"http:\/\/dizign-projekte.at\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/wattjes.jpg\" alt=\"Foto: Mike Wattjes\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-full wp-image-1274\" \/><p id=\"caption-attachment-1274\" class=\"wp-caption-text\">Wattjes: \u201eUm Ergebnisse richtig interpretieren zu k\u00f6nnen, sind ausreichende Kenntnisse n\u00f6tig.\u201d<\/p><\/div>\n<p>Wichtig ist es, dass bei der Beurteilung der Bilder Parameter, wie das Alter  oder der Ern\u00e4hrungszustand des Patienten, ber\u00fccksichtigt werden, die  Auswirkungen auf das Muskelvolumen und die Echointensit\u00e4t haben: &bdquo;Der Muskel  eines \u00e4lteren Patienten sieht im Ultraschall ganz anders aus als der eines  jungen Probanden&ldquo;, unterstreicht Wattjes. Ein sehr hilfreicher Ansatz, die  Bildanalyse zu standardisieren, ist die semiquantitative Beschreibung der Echogenit\u00e4tsver\u00e4nderungen  nach Heckmatt, der in seinem Score vier Grade der Echogenit\u00e4t definierte.  Differenzialdiagnostische R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Art einer Muskelerkrankung lassen  sich aber nicht nur aus der Echointensit\u00e4t des Muskelgewebes und der St\u00e4rke des  Echosignals des Knochens ziehen. <\/p>\n<p>Ein weiteres Beurteilungskriterium ist das  Verteilungsmuster der Echogenit\u00e4tsver\u00e4nderungen: Dieses kann diffus (z.B. bei  einer Muskeldystrophie des Typs Duchenne), fleckf\u00f6rmig (z.B. spinale  Muskelatrophie Typ II) oder fokal (z.B. Dermatomyositis) sein. F\u00fcr neurogene Erkrankungen  typisch ist ein heterogenes Ultraschallbild mit atrophischen oder  hypertrophischen Motoreinheiten. Mittels Sonographie k\u00f6nnen auch Echtzeituntersuchungen  durchgef\u00fchrt werden. Auf diese Weise ist es   unter anderem m\u00f6glich, Faszikulationen nachzuweisen  und damit klinische Verdachtsdiagnosen zu best\u00e4tigen. Auch die Beweglichkeit  des Diaphragmas kann mit dieser Technik beurteilt werden.<\/p>\n<p> <strong>Computertomographie <\/strong><\/p>\n<p>  Die  Computertomographie charakterisiert Wattjes als &bdquo;quick and dirty&ldquo;: Die Methode  liefert zwar relativ rasch Bilder und erlaubt eine reproduzierbare Beurteilung  von Muskelform, -volumen und -degeneration. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glicht sie auch  die Untersuchung tiefer liegender Muskelgruppen. Das CT hat jedoch eine Reihe  von Nachteilen, die seinen Einsatz limitieren. Neben der hohen  Strahlenbelastung ist das vor allem der geringe Weichteilkontrast. Aus diesem  Grund wurde die Computertomographie in vielen Bereichen der neuromuskul\u00e4ren Bildgebung  mittlerweile auch vom Ultraschall und der Magnetresonanztomographie abgel\u00f6st. &bdquo;Das  Problem ist aber, dass bei heredit\u00e4ren Muskelerkrankungen sehr viele \u00e4ltere  Studiendaten auf CT-Untersuchungen basieren&ldquo; erkl\u00e4rt Wattjes. &bdquo;Um diese  Ergebnisse richtig interpretieren zu k\u00f6nnen, ist es daher auch heute noch wichtig,  ausreichende Kenntnisse auf diesem Gebiet zu besitzen.&ldquo;<\/p>\n<p><strong>Magnetresonanztomographie <\/strong><\/p>\n<p>&bdquo;State  oft the art&ldquo; bei vielen neuromuskul\u00e4ren Fragestellungen ist heute die  Magnetresonanztomographie. Ein gro\u00dfer Vorteil gegen\u00fcber dem Ultraschall ist,  dass die Durchf\u00fchrung der Untersuchungen und die Bildinterpretation viel besser  standardisierbar sind. Die MRT punktet unter anderem durch guten Kontrast und  die M\u00f6glichkeit, durch gezielte Pulssequenzen spezielle Merkmale von Muskelerkrankungen  besser visualisieren zu k\u00f6nnen. So kann etwa mit axialen T1-gewichteten  Sequenzen die fettige Generation der Muskulatur diagnostiziert und  quantifiziert werden. <\/p>\n<p>Axiale T2-gewichtete Sequenzen mit Fettsuppression erm\u00f6glichen  hingegen den Nachweis von Muskel\u00f6demen, die bei heredit\u00e4ren Muskelerkrankungen schon  sehr fr\u00fch sichtbar sein k\u00f6nnen. Das Ausma\u00df und das Verteilungsmuster von  fettigen Degenerationen und Muskel\u00f6demen lassen sich am besten mit visuellen Rating-Skalen  beurteilen. Bei speziellen Muskelerkrankungen (z.B. Tumoren, inflammatorischen  oder infekti\u00f6sen  Erkrankungen) ist es manchmal auch hilfreich,  Postkontrast-Aufnahmen zu verwenden. Nicht zuletzt k\u00f6nnen mittels MRT auch  Ganzk\u00f6rperuntersuchungen ohne Strahlenbelastung durchgef\u00fchrt werden.  Whole-body-Applikationen sind nicht nur bei Kindern,  sondern auch bei heredit\u00e4ren  Muskelerkrankungen und der weiteren Abkl\u00e4rung von Zufallsbefunden eine wichtige  Untersuchungsmethode. Beachtet werden muss dabei allerdings, dass die  Bildinterpretation h\u00e4ufig durch Artefakte (Atemartefakte, magnetische  Feldinhomogenit\u00e4ten) beeintr\u00e4chtigt werden kann. <\/p>\n<p>&bdquo;Durch eine inhomogene  Fettsuppression kann beispielsweise ein Muskel\u00f6dem vorget\u00e4uscht werden&ldquo;, warnt  Wattjes. Die richtige Interpretation von MR-Bildern erfordert auch sehr gute  anatomische und topografische Kenntnisse: Die verschiedenen heredit\u00e4ren  Muskelerkrankungen zeigen n\u00e4mlich h\u00e4ufig ein sehr spezifisches Befallsmuster  der peripheren Muskeln. Das gilt insbesondere f\u00fcr den Unterschenkel. Neben der  strukturellen Magnetresonanztomographie gibt es eine Reihe von quantitativen  MRT-Techniken (z.B. MR-Spektroskopie, 23Na-MRT, diffusions- und  perfusionsgewichtete Aufnahmen \u2026), die vor allem bei speziellen Fragestellungen  und Verlaufsbeobachtungen zur Anwendung kommen. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/dizign-projekte.at\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/cover.jpg\" alt=\"cover\" width=\"123\" height=\"175\" class=\"alignleft size-full wp-image-1275\" \/><\/p>\n<p><em>&bdquo;Neuromuskul\u00e4res  Imaging&ldquo;, Vortrag im Rahmen der 12. Jahrestagung der \u00d6sterreichischen Gesellschaft  f\u00fcr Neurologie, Graz, 27.3.15 (Buchtipp siehe links)  <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>  <em>Autor: Mag. Dr. R\u00fcdiger H\u00f6flechner<\/em> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der einzelnen bildgebenden Verfahren. (CC neuropsy 3\/15). <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1273,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[90,13],"tags":[95,96,97,28,98],"class_list":["post-1276","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-90","category-neuropsy","tag-bildgebung","tag-computertomographie","tag-magnetresonanztomographie","tag-neurologie","tag-ultraschall"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1276"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1276\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}