{"id":1899,"date":"2016-11-29T17:21:30","date_gmt":"2016-11-29T15:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/dizign-projekte.at\/?p=1899"},"modified":"2016-11-29T17:21:30","modified_gmt":"2016-11-29T15:21:30","slug":"das-fach-neurologie-foerdern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oegpb.at\/?p=1899","title":{"rendered":"\u201eDas Fach Neurologie f\u00f6rdern\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit einem Elf-Punkte-Programm startet die  neue Pr\u00e4sidentin der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (\u00d6GN), Prim.  Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, in ihre Amtsperiode. Sie folgt damit  Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt (2014\u20132016) nach und ist nach Doz. Dr. Regina  Katzenschlager (2012\u20132014) die zweite Frau an der Spitze der Gesellschaft. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p> <strong>CliniCum neuropsy: Sie  sind seit Anfang Juli 2016 Pr\u00e4sidentin der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr  Neurologie (\u00d6GN). Was motiviert Sie, diese ehrenamtliche Funktion zu  \u00fcbernehmen? <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Foto: Privat\" src=\"http:\/\/dizign-projekte.at\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Fertl.jpg\" alt=\"Fertl\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-full img-border wp-image-1901\" \/><\/p>\n<p><strong>Fertl: <\/strong>Zum einen bringe ich f\u00fcr die auf mich zukommende  standespolitische Arbeit langj\u00e4hrige Erfahrung durch die T\u00e4tigkeit in  verschiedenen Gremien mit, etwa in verschiedenen universit\u00e4ren Kommissionen  \u00fcber viele Jahre hinweg, in der Sozialversicherung oder im Obersten  Sanit\u00e4tsrat. Zum anderen habe ich seit 2008 alle Vorstandsfunktionen in der \u00d6GN  durchlaufen und konnte praktisch nicht absagen, als mich meine  Vorstandskollegen gebeten haben, nun das Ehrenamt der Pr\u00e4sidentin zu  \u00fcbernehmen. Ihr Vertrauen und das der Mitglieder der \u00d6GN ist sicher ein ganz  wichtiger Motivationsfaktor, vor allem angesichts des auf mich zukommenden enormen  Arbeitspensums. <\/p>\n<p><strong>Was bedeutet  es f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich, f\u00fcr zwei Jahre einer medizinischen Fachgesellschaft als  Pr\u00e4sidentin vorzustehen? <\/strong><\/p>\n<p>Es  bedeutet ganz sicher, dass ich mit meinen pers\u00f6nlichen Ressourcen sehr achtsam  umgehen werde, um neben allen \u00e4rztlichen Aufgaben auch noch die umfangreichen  Agenden f\u00fcr die \u00d6GN gut bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. Konkret werde ich vieles  delegieren und eventuell die eine oder andere Anfrage ablehnen m\u00fcssen \u2013 daf\u00fcr  bitte ich schon jetzt um Verst\u00e4ndnis! Auch an meiner Abteilung werde ich in diesen  zwei Jahren nicht wie bisher voll verf\u00fcgbar sein k\u00f6nnen. Hier unterst\u00fctzen mich  meine Mitarbeiter sicherlich gut. Tatsache ist, dass auf die \u00d6GN in diesen zwei  Jahren sehr wichtige Aufgaben zukommen, und meine Rolle wird es sein, hier die  Prozesse zu steuern. Dazu geh\u00f6rt die Umsetzung der neuen  \u00c4rzteausbildungsordnung 2015 genauso wie die \u00d6ffentlichkeitsarbeit, die  Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen sowie die Erstellung von  Leitlinien und Behandlungsstandards. <\/p>\n<p><strong>Was  haben Sie sich im Detail f\u00fcr Ihre Funktionsperiode vorgenommen? <\/strong><\/p>\n<p>Ich habe bereits vor Amtsantritt einen  Strategieplan entworfen, der praktisch druckfrisch vorliegt und wo in elf  Punkten die wichtigsten Arbeitsfelder und Ziele festgeschrieben sind. Dieser  Strategieplan wurde im Vorstand akkordiert und soll in der n\u00e4chsten  Generalversammlung pr\u00e4sentiert werden. Darin enthalten sind neben dem Ausbildungsthema  die Organisation der kommenden Jahrestagungen, Bewerbungen um internationale  Kongresse oder ein weiterer Ausbau einzelner Fachschwerpunkte. <\/p>\n<p>Ebenso enthalten  sind Aspekte der Kooperation mit Partnern wie der \u00d6sterreichischen \u00c4rztekammer,  anderen wissenschaftlichen Gesellschaften, dem Gesundheitsministerium oder der  Gesundheit \u00d6sterreich GmbH (G\u00d6G, Anm.). Die Vielfalt der Themen der Neurologie \u2013  immerhin spannt sie den Bogen vom Akutbereich bis zur Rehabilitation und  erfasst alle Altersstufen und beide Geschlechter \u2013 macht eine breite Vernetzung  der \u00d6GN mit anderen Organisationen im Gesundheitsbereich erforderlich. <\/p>\n<p><strong>Zum Aufgabengebiet der \u00d6GN geh\u00f6rt auch die  Mitarbeit an Behandlungsleitlinien. Wie funktioniert dieser Bereich in der Praxis? <\/strong><\/p>\n<p>Seit rund zehn Jahren haben wir eine  Kooperation mit der federf\u00fchrenden Deutschen sowie der Schweizer Gesellschaft  f\u00fcr Neurologie im Hinblick auf die gemeinsame Entwicklung deutschsprachiger  Leitlinien. Dazu geh\u00f6rt auch das regelm\u00e4\u00dfige Update der einzelnen Kapitel.  Seitens der \u00d6GN gibt es jeweils einen Leitlinienverantwortlichen, der als  Ansprechpartner f\u00fcr die deutschen und Schweizer Kollegen fungiert bzw. die  Beitr\u00e4ge der jeweiligen Autoren koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass  auch \u00d6sterreich- spezifische Aspekte in den Leitlinien verankert sind. Aktuell ist  Prim. Univ.-Prof. Dr. J\u00f6rg Weber vom Klinikum Klagenfurt am W\u00f6rthersee der  Leitlinienverantwortliche der \u00d6GN, und wir sind derzeit gerade wieder in einer  \u00dcberarbeitungswelle, \u00fcbrigens bereits die dritte seit 2008. <\/p>\n<p><strong>Wie definieren Sie standespolitische Aufgaben  der \u00d6GN? <\/strong><\/p>\n<p>Die  Aufgaben der \u00d6GN als gemeinnn\u00fctziger Verein sind transparent in den im Internet  zug\u00e4nglichen Statuten der \u00d6GN festgelegt. Neben der F\u00f6rderung von Wissenschaft  und Forschung auf dem Gebiet der Neurologie geh\u00f6ren dazu die  \u00d6ffentlichkeitsarbeit sowie alle vom Vorstand festgelegten Ma\u00dfnahmen, um das  Fach Neurologie zu f\u00f6rdern. Der regelm\u00e4\u00dfige Austausch mit  gesundheitspolitischen Entscheidungstr\u00e4gern oder die Beratung der \u00c4rztekammer  in allen Fragen zur Neurologie sind Beispiele f\u00fcr die Umsetzung dieses  Anliegens. <\/p>\n<p><strong>Wie funktioniert die  Kooperation zwischen der \u00d6GN und anderen Fachgesellschaften im neurologischen  Bereich, wie z.B. der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Epileptologie oder der  \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Schlaganfall- Forschung? <\/strong><\/p>\n<p>Es gibt derzeit insgesamt sieben zur  \u00d6GN assoziierte Gesellschaften, die sich mit der \u00d6GN auch die Gesch\u00e4ftsstelle  teilen. Alleine dadurch gibt es eine sehr enge Kooperation. Es gibt gemeinsame  Anliegen in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit, etwa gemeinsame Presseaussendungen oder  Pressekonferenzen, ebenso wie in der gemeinsamen Organisation diverser  Fortbildungsveranstaltungen mit einzelnen dieser assoziierten Gesellschaften.  Ein Hauptber\u00fchrungspunkt besteht zudem im Bereich der Facharztausbildung, denn  im neuen Curriculum muss jeder angehende Facharzt drei spezifische Module absolvieren,  beispielsweise Neurorehabilitation oder Neurophysiologie. Dar\u00fcber hinaus sind  unsere Mitglieder so wie alle Vorstandskollegen Mitglied in zumindest einer  oder zwei weiteren Gesellschaften. Ich selbst etwa bin Mitglied der \u00d6GN sowie  der \u00d6GSF, der \u00d6GKN und der \u00d6GNR. <\/p>\n<p><strong>Auf  der Website der \u00d6GN gibt es einen eigenen Bereich f\u00fcr Patienten mit h\u00e4ufig  gestellten Fragen \u00fcber die Neurologie bzw. \u00fcber neurologische Krankheitsbilder,  den Sie selbst verfasst haben. Worauf beruht dieses Engagement?<\/strong><\/p>\n<p>Die grundlegende Information der  Patienten mit seri\u00f6sen und verst\u00e4ndlichen Fachinhalten ist mir pers\u00f6nlich ein  gro\u00dfes Anliegen. Nicht nur weil alle Menschen potenzielle Patienten sind,  sondern weil ein besseres Verst\u00e4ndnis von Vorg\u00e4ngen in K\u00f6rper und Psyche sowohl  die Akzeptanz der medizinischen Ma\u00dfnahmen f\u00f6rdert als auch das Schicksal des  Patienten g\u00fcnstig beeinflusst. Jede Information, die wir auf gut verst\u00e4ndliche  Weise geben, bedeutet also auch, den Patienten gut zu begleiten. W\u00e4hrend meiner  Amtszeit ist allerdings keine Intensivierung der Kommunikation in Richtung  Patienten geplant, weil die \u00d6GN erst 2014 im Europ\u00e4ischen Jahr des Gehirns dazu  fl\u00e4chendeckend \u00fcber ein Kalenderjahr Veranstaltungen in ganz \u00d6sterreich  durchgef\u00fchrt hat. <\/p>\n<p><strong>Haben Sie  ein spezielles Anliegen, das Sie via CliniCum neuropsy transportieren m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Anliegen ist es mir, junge  Kollegen dazu zu motivieren, sich f\u00fcr die F\u00f6rderung des Faches Neurologie und  damit auch f\u00fcr die standespolitische Arbeit und ein entsprechend  professionelles Lobbying einzusetzen. Sicher ist es eine ehrenamtliche und  zeitaufw\u00e4ndige Aufgabe, es lohnt sich jedoch, sich um die Anliegen seines  Berufes selbst zu k\u00fcmmern. Man lernt sehr viel dabei! Mitunter habe ich den  Eindruck, es herrscht bei vielen die Auffassung vor, nur &bdquo;wir da oben&ldquo; im  Vorstand setzen uns f\u00fcr die Neurologie ein \u2013 dabei ist jeder herzlich  eingeladen mitzuarbeiten. F\u00fcr die eigenen Berufsanliegen einzutreten ist eine  Aufgabe, die jeder wahrnehmen kann \u2013 mit den Young Neurologists gibt es bereits  erste Ans\u00e4tze f\u00fcr ein Engagement. Ich w\u00fcnsche mir, dass alle Neurologen \u2013 egal  ob jung oder erfahren \u2013 bei entsprechenden Gelegenheiten f\u00fcr die Neurologie  eintreten \u2013 das verstehe ich unter Lobbying im besten Sinne. <\/p>\n<p><strong>\u00d6GN-Web-Auftritt:  breites Informationsangebot f\u00fcr Fachkreise und Patienten <\/strong><\/p>\n<p> Die \u00d6sterreichische  Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (\u00d6GN) vertritt die Interessen von Neurologen in  standespolitischen und wissenschaftlichen Belangen und f\u00f6rdert die Neurologie  in Aus- und Fortbildung, Lehre und Forschung. Sie betreibt \u00d6ffentlichkeitsarbeit  und die Zusammenarbeit zwischen anderen Berufsgruppen. Aktuell z\u00e4hlt die \u00d6GN  rund 1.000 Mitglieder (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.oegn.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.oegn.at<\/a>). Diese bietet auch einen guten  \u00dcberblick \u00fcber neurologische Behandlungsangebote in ganz \u00d6sterreich, darunter  eine Auflistung neurologischer Abteilungen, MS-Zentren sowie  Facharztordinationen. <\/p>\n<p>Aus fachlicher Sicht interessant sind zudem die auf der  Internet- Homepage angef\u00fchrten Behandlungsleitlinien, Untersuchungsprotokolle und  neurologische Filme, etwa \u00fcber die Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern  oder die transkutane Vagusnervstimulation. In einem eigenen Patientenbereich  werden h\u00e4ufig gestellte Fragen zur Neurologie und zu neurologischen Krankheiten  auf gut verst\u00e4ndliche Art erkl\u00e4rt. Zudem k\u00f6nnen Informationsfolder \u00fcber  Epilepsie, Kopfschmerzen oder MS im pdf-Format heruntergeladen bzw. als  Ausdruck bestellt werden. <\/p>\n<p> Das  Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Mag. Christina Lechner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem Elf-Punkte-Programm startet die neue Pr\u00e4sidentin der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (\u00d6GN), Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, in ihre Amtsperiode. Sie folgt damit Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt (2014\u20132016) nach und ist nach Doz. Dr. Regina Katzenschlager (2012\u20132014) die zweite Frau an der Spitze der Gesellschaft. (CliniCum neuropsy 4\/16) <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1900,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[150,13],"tags":[19],"class_list":["post-1899","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-150","category-neuropsy","tag-aktuell-neurologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1899\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}