{"id":2937,"date":"2019-03-20T13:00:14","date_gmt":"2019-03-20T11:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/dizign-projekte.at\/?p=2937"},"modified":"2019-03-20T13:00:14","modified_gmt":"2019-03-20T11:00:14","slug":"autoimmunthyreoiditis-beachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oegpb.at\/?p=2937","title":{"rendered":"Autoimmunthyreoiditis beachten"},"content":{"rendered":"<p>Die Autoimmunthyreoiditis (AIT) ist ein h\u00e4ufiges Gesundheitsproblem: Weltweit soll die Inzidenz 0,3 bis 1,5 pro 1.000 Personen betragen, in den USA liegt die gesch\u00e4tzt Pr\u00e4valenz bei vier bis 13 Prozent, in \u00d6sterreich wird die Zahl der Personen mit Vorliegen entsprechender Antik\u00f6rper auf rund 500.000 gesch\u00e4tzt. Frauen sind zehn- bis 15-mal \u00f6fter betroffen als M\u00e4nner. H\u00e4ufig (in rund 25% der F\u00e4lle) liegt gleichzeitig eine andere Autoimmunerkrankung wie Diabetes mellitus oder Vitiligo vor; neben den somatischen Komplikationen k\u00f6nnen bei AIT-Patienten auch psychiatrische St\u00f6rungen auftreten. In welchem Ausma\u00df AIT-Patienten von organischen psychiatrischen Erkrankungen betroffen sind, ist allerdings noch unklar. Ziel der vorliegenden Metaanalyse war die Verbesserung der Datenlage in diesem Bereich.<\/p>\n<p><strong>Methoden.<\/strong> Die Autoren durchsuchten die Datenquellen Google Scholar, EBSCO Host Datenbasen, \u201eWeb of Knowledge\u201c und PubMed. Eingeschlossen wurden Fall-Kontroll- Studien, die eine Assoziation zwischen AIT und entweder Depression, Angstst\u00f6rungen oder beiden Erkrankungen evaluierten. Die Odds Ratios (OR) von AIT-Patienten und Personen mit Angstst\u00f6rungen\/Depression wurden jeweils mit einer gesunden Kontrollgruppe verglichen.<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse.<\/strong> 19 Studien mit insgesamt 36.174 Teilnehmern flossen in die Datenanalyse ein. Patienten mit AIT oder subklinischer beziehungsweise klinischer Hypothyreose hatten signifikant h\u00f6here Werte auf Skalen zur Messung der Depression (OR 3,56; 95% CI 2,14\u20135,94; l2=92,1%). F\u00fcr Angstst\u00f6rungen zeigte sich f\u00fcr Patienten mit AIT oder subklinischer beziehungsweise klinischer Hypothyreose eine OR von 2,32 (95% CI 1,40\u20133,85; l2=89,8%). Die Analyse der Studienqualit\u00e4t mithilfe der Newcastle-Ottawa Scale f\u00fcr Fall-Kontroll-Analysen ergab im Mittel einen Wert von rund sechs von maximal neun Punkten f\u00fcr sowohl Untersuchungen zur Depression als auch f\u00fcr Arbeiten zu Angstst\u00f6rungen.<\/p>\n<p><strong>Fazit.<\/strong> Die vorliegende Metaanalyse verweist auf eine Assoziation zwischen Autoimmunthyreoiditis und Angstst\u00f6rungen bzw. Depression. Patienten mit AIT haben eine erh\u00f6hte Wahrscheinlichkeit, Symptome einer Depression oder einer Angstst\u00f6rung zu entwickeln, und sie haben ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr die Diagnose einer solchen psychiatrischen Erkrankung. Diese Erkenntnis hat wichtige Implikationen f\u00fcr Patienten und sollte dazu f\u00fchren, psychiatrische Erkrankungen fr\u00fcher (und nicht nur psychotherapeutisch) zu behandeln, fordern die Autoren.<\/p>\n<p><em>Siegmann EM et al.: Association of Depression and Anxiety Disorders With Autoimmune Thyroiditis: A Systematic Review and Meta-analysis. <\/em><em>JAMA Psychiatry 2018; 75(6):577\u2013584<\/em><\/p>\n<p>RED<\/p>\n<p>erschienen in: <em>05\/2018, CliniCum neuropsy<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Autoimmunthyreoiditis (AIT) ist ein h\u00e4ufiges Gesundheitsproblem: Weltweit soll die Inzidenz 0,3 bis 1,5 pro 1.000 Personen betragen, in den USA liegt die gesch\u00e4tzt Pr\u00e4valenz bei vier bis 13 Prozent, in \u00d6sterreich wird die Zahl der Personen mit Vorliegen entsprechender Antik\u00f6rper auf rund 500.000 gesch\u00e4tzt. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[235,13],"tags":[],"class_list":["post-2937","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-235","category-neuropsy"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2937"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2937\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oegpb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}