Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie

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 1. ÖGPB-Newsletter 2021

Finden Sie hier den aktuellen Newsletter der ÖGPB.

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Ehrung für Univ.-Prof. Dr. hc. mult. Dr. med. Siegfried Kasper

ÖGPB-Präsidentinnen-Stellvertreter Univ.-Prof. Dr. hc. mult. Dr. med. Siegfried Kasper wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Angst & Depression (SGAD) zum Ehrenmitglied ernannt.

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Nachruf Prim. Univ.-Prof. Dr. Harald Schubert

 

11.08.1943 – 22.11.2020

Univ. Prof. Dr. Harald Schubert, Ärztlicher Direktor und Primarius der Psychiatrie in Hall in Tirol zwischen 1984 und 2009, verstarb am 22.11.2020. Er wurde in Prag geboren und verbrachte den Großteil seiner Kindheit und seiner Jugend in Wien. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Lycee Francais de Vienne, studierte er an der Universität Wien Medizin und promovierte 1968 zum Dr. med. univ. Seine postpromotionelle Ausbildung begann er als Sekundararzt im Krankenhaus Floridsdorf, bevor er zwischen 1969 und 1975 an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Neurologie in Wien, unter Hans Hoff und Peter Berner, seine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie absolvierte. 1975 folgte er Univ. Prof. Dr. Kornelius Kryspin-Exner an die neu geschaffene Univ. Klinik für Psychiatrie nach Innsbruck, wo er zwischen 1975 und 1984 als Oberarzt tätig war. 1984 wurde er   Universitätsdozent, 1989 Außerordentlicher Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck, der er über Jahrzehnte verbunden blieb. Am 1.3.1984 begann er seine Tätigkeit als Primarius und Ärztlicher Direktor am Landesnervenkrankenhaus Hall, das 1991 in die TILAK integriert und in Psychiatrisches Krankenhaus umbenannt wurde. Zu Beginn seiner Tätigkeit in Hall gab es dort 1.000 Patientinnen auf 24, größtenteils geschlossenen Stationen. Harald Schubert begann, dem internationalen Trend folgend, die Psychiatrie zu reformieren und zu öffnen. Bislang geschlossene Stationen wurden geöffnet, der Personalschlüssel wurde qualitativ und quantitativ massiv ausgeweitet, neue Berufsgruppen wurden in die Therapie integriert. Bis 2009 wurde der Patientenstand in Hall durch Implementierung neuer Behandlungsmethoden, durch Strukturreformen und den massiven Ausbau des extramuralen psychosozialen und fachärztlichen Angebots, auf ca. 250 (ein Viertel), überwiegend offen geführt, reduziert. Wesentliche Regionalisierungsschritte wurden ab 1993 mit der Installierung von zwei krankenhausinternen regionalen Primariaten und der Errichtung von Psychiatrischen Abteilungen in Kufstein (1999) und Lienz (2009) gesetzt. Neben der Regionalisierung des Akutbereiches, der Errichtung von Ambulanzen und der Tagesklinik, wurde mit der Schaffung von Stationen für Gerontopsychiatrie, Sucht, Drogen, Forensik, Langzeit-Rehabilitation und Psychotherapie, auch die Spezialisierung vorangetrieben. All diese Maßnahmen haben den Entstigmatisierungsprozess der Tiroler Psychiatrie wesentlich befruchtet.

Prof. Schubert hat ca. 200 Fachärzte und Fachärztinnen mehrerer Generationen ausgebildet. In die Zeit seines Wirkens fielen auch zwei große Ärzte-Ausbildungsreformen: 1994 die Fächertrennung zwischen Psychiatrie und Neurologie und 2006 die Implementierung psychotherapeutischer Kompetenz in unser Sonderfach. 1991 traten weitere einschneidende, unser Fachgebiet wesentlich berührende Gesetzesgrundlagen in Kraft: das Unterbringungsgesetz und das Psychotherapiegesetz. Prof. Schubert war Träger der Paracelsus-Medaille und des Landesverdienstkreuzes. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in medizinischen Fachzeitschriften verfasst, war Gründungs- und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie, Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, im wissenschaftlichen Beirat und Mitglied mehrerer Fachgesellschaften. Mit Professor Schubert geht ein Stück Österreichischer und Tiroler Psychiatrie-Geschichte verloren. Wir werden ihn als Fachkollegen, verdienten Lehrer und ehemaligen Chef stets in guter Erinnerung behalten.

Manfred Müller

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Die 22. Jahrestagung der ÖGPB 2020 war diesmal virtuell

Wir sind derzeit in einer ganz besonderen Situation, die Coronavirus-Pandemie und der Lockdown betreffen unser gesamtes gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben, die psychischen Folgen sind ausgesprochen belastend. Auch in diesen Ausnahmezeiten ist es der ÖGPB ein großes Anliegen, der Verantwortung gerecht zu werden und relevante und aktuelle Themen unseres Fachgebietes nicht aus dem Blick zu verlieren. Um die Kontinuität der jährlichen Tagung aufrechtzuerhalten, haben wir uns entschlossen, die Tagung diesmal virtuell abzuhalten. Wir konnten hervorragenden Vorträge folgen und bei spannenden Diskussionen dabei sein. Ich möchte mich auch bei den Sponsoren für die Unterstützung unserer virtuellen Tagung bedanken. Mit Hilfe unserer Kooperationspartner, der Wiener Medizinische Akademie (WMA) und der Firma Steiner Live, die für den technischen Ablauf zuständig waren, ist es uns gelungen, diese erste virtuelle ÖGPB-Tagung erfolgreich zu gestalten. Es gab viel positive Rückmeldung zur Veranstaltung und zu den Vortragenden. Insgesamt nahmen mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der virtuellen Tagung teil. Vielen Dank an alle, die zu dem guten Gelingen beigetragen haben.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass, sollten Sie einen Vortrag versäumt haben, diesen noch über den Konferenzkalender nachträglich anhören können. Die Vorträge werden on demand weiterhin bis zum 21.12. 2020 zur Verfügung gestellt.

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